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Wem gehört?

Wem gehört Hertz?

aktualisiert: 28. Juli 2026 09:52
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Die Frage, wem Hertz gehört, wirkt auf den ersten Blick einfach. Dahinter steckt jedoch eine Eigentümerstruktur, die sich im Laufe der vergangenen Jahre mehrfach verändert hat und ohne den Blick in aktuelle Unternehmensunterlagen leicht missverstanden wird. Hertz ist heute kein klassisch familiengeführter Konzern und auch kein Unternehmen, das einer einzelnen börsennotierten Holding mit klarer Mehrheitsstreuung gehört. Entscheidend ist vielmehr, wer die Stimmrechte kontrolliert, welche Anteilseigner die größten Pakete halten und wie sich die Gesellschaft nach der Restrukturierung aus der Insolvenz neu aufgestellt hat.

Hertz Global Holdings, Inc. ist die börsennotierte Muttergesellschaft des bekannten Mietwagenanbieters. Unter diesem Dach arbeitet die operative Gesellschaft The Hertz Corporation. Nach den jüngsten im Frühjahr 2026 veröffentlichten Unterlagen ist die Eigentümerschaft vor allem von einem sehr großen Ankerinvestor geprägt: CK Amarillo LP hält den mit Abstand größten Anteil an Hertz und kommt auf rund 58,9 Prozent der ausstehenden Stammaktien. Damit ist Hertz zwar ein börsennotiertes Unternehmen, wirtschaftlich aber von einem dominanten Großaktionär geprägt, der die Gesellschaft maßgeblich beeinflusst. Gleichzeitig gibt es weitere institutionelle Investoren, Insider und Streubesitz, doch sie liegen deutlich hinter diesem dominanten Anteil zurück.

Die heutige Eigentümerstruktur in Kürze

Wer fragt, wem Hertz gehört, sucht im Kern nach der Antwort auf zwei Ebenen: nach dem rechtlichen Eigentum an den Aktien und nach der tatsächlichen Kontrolle über das Unternehmen. Beides fällt bei Hertz nicht vollständig zusammen, ist aber eng miteinander verbunden. Nach der maßgeblichen Proxy Statement von 2025 und den darauf aufbauenden SEC-Unterlagen ist CK Amarillo LP der größte wirtschaftliche Eigentümer. Die Gesellschaft wurde in diesen Unterlagen mit 181.455.469 Aktien und einem Anteil von 58,9 Prozent ausgewiesen. BlackRock wurde als weiterer größerer Aktionär mit 19.600.283 Aktien beziehungsweise 6,4 Prozent genannt. Daneben existieren Manager, Direktoren und weitere institutionelle Anleger mit deutlich kleineren Beteiligungen. Die Angaben beruhen auf den offiziellen Unternehmens- und SEC-Angaben, nicht auf Schätzungen.

Die aktuelle Kapitalstruktur ist das Ergebnis einer langen Vorgeschichte. Hertz war früher Teil anderer Konzerne, wurde mehrfach umgebaut, durchlief eine Insolvenz und ging daraus mit einer neuen Eigentümerlogik hervor. Heute ist die Firma an der Börse notiert, aber die Mehrheit liegt bei einem Investorenkonsortium rund um CK Amarillo. Das macht Hertz zu einem Fall, in dem juristische Form, Börsenhandel und faktische Kontrolle unterschiedlich aussehen. Für die Frage nach dem Eigentum ist deshalb nicht nur relevant, wer Aktien besitzt, sondern auch, welche Rechte mit diesen Aktien verbunden sind.

CK Amarillo LP als dominierender Anteilseigner

CK Amarillo LP ist der Name, der bei Hertz an erster Stelle steht, wenn es um Eigentum und Kontrolle geht. Nach den SEC-Einreichungen handelt es sich um das größte Aktionärsvehikel der Gesellschaft. In den Unterlagen wird CK Amarillo als wirtschaftlicher Inhaber von rund 181,5 Millionen Aktien beschrieben. Das entspricht knapp 59 Prozent des Unternehmens. Die Beteiligung stammt aus einem Investorenkreis, der mit Knighthead Capital und Certares verbunden ist. Diese Struktur ist wichtig, weil sie erklärt, warum Hertz zwar öffentlich gehandelt wird, der Einfluss aber stark gebündelt ist. Die öffentliche Wahrnehmung eines breit gestreuten Börsenunternehmens greift hier zu kurz.

Zusätzlich zur reinen Beteiligung gibt es eine besondere Stimmrechtsregelung. Laut Voting Agreement vom 24. März 2025 muss CK Amarillo für Aktien, die über 45 Prozent der gesamten Stimmkraft hinausgehen, im selben Verhältnis wie die übrigen Aktionäre abstimmen. Diese Vereinbarung begrenzt also den freien Durchgriff des Großaktionärs auf die Stimmrechte und soll offenbar die Governance stabilisieren. Das bedeutet: CK Amarillo ist der größte Eigentümer, aber seine Macht ist nicht grenzenlos. Gerade bei Hertz ist deshalb zwischen Anteil am Kapital und absoluter Kontrolle zu unterscheiden.

Was die Börsennotierung für das Eigentum bedeutet

Hertz ist eine Aktiengesellschaft und damit grundsätzlich ein Unternehmen mit verteiltem Eigentum. Jede Aktie steht für einen kleinen Eigentumsanteil. Die Börsennotierung macht diese Anteile handelbar, doch bei Hertz ist der Streubesitz durch den großen Block von CK Amarillo überlagert. Das Unternehmen bleibt also börsennotiert, aber die Eigentümerlandschaft ist stark konzentriert. In einem solchen Fall ist die klassische Vorstellung eines Unternehmens mit vielen gleichgewichtigen Aktionären nur eingeschränkt zutreffend.

Hinzu kommt, dass Hertz nach der Insolvenz von 2020 bis 2021 neu organisiert wurde. Die heutige Struktur ist ohne diesen Hintergrund kaum zu verstehen. Nach der Restrukturierung wurden Gläubiger, Investoren und neue Eigentümer in eine andere Kapitalstruktur überführt. Das ist einer der Gründe, warum die Frage nach dem Eigentum nicht allein mit einem Blick auf die Aktienkurse beantwortet werden kann. Wer Hertz heute besitzt, ist vor allem Ergebnis eines Sanierungsprozesses und einer anschließenden Neuverteilung der Anteile.

Unterschied zwischen rechtlichem Eigentum und wirtschaftlichem Einfluss

Bei Hertz zeigt sich besonders deutlich, dass Eigentum nicht nur eine Zahl im Aktienregister ist. Rechtlich gehören die Aktien ihren jeweiligen Inhabern. Wirtschaftlich aber liegt der Schwerpunkt der Macht bei CK Amarillo, weil dieser Investor den größten Block hält und damit bei vielen Beschlüssen eine zentrale Rolle spielt. Das Unternehmen selbst verweist in seinen Unterlagen auf die Kriterien des SEC-Rechts zur sogenannten beneficial ownership. Danach zählt nicht nur, wer Aktien unmittelbar hält, sondern auch, wer Stimm- oder Verfügungsrechte ausübt. Genau aus diesem Grund ist CK Amarillo in den offiziellen Dokumenten als beherrschender Anteilseigner sichtbar.

Die Grenze zwischen Eigentum und Einfluss ist bei börsennotierten Unternehmen oft wichtig, bei Hertz aber besonders ausgeprägt. Der größte Aktionär bestimmt nicht automatisch jeden einzelnen Schritt, doch ohne seine Zustimmung lassen sich grundlegende strategische Weichen kaum sinnvoll denken. Deshalb ist die Frage „Wem gehört Hertz?“ zwar mit einem Namen beantwortbar, die eigentliche Story dahinter ist jedoch komplizierter. Hertz gehört einer Gesellschaft, deren Mehrheit in den Händen eines dominierenden Investors liegt, während das Management operativ führt und die Börse einen Teil der Anteile öffentlich handelbar macht.

Weitere wichtige Anteilseigner

Nach CK Amarillo folgt BlackRock als größter weiterer nennenswerter Aktionär. In der Proxy Statement 2025 wurden 19.600.283 Aktien beziehungsweise 6,4 Prozent ausgewiesen. Das ist eine beachtliche Beteiligung, aber im Vergleich zum Mehrheitsblock von CK Amarillo deutlich kleiner. Institutionelle Investoren wie BlackRock sind bei großen US-Unternehmen häufig vertreten, doch bei Hertz reicht ihr Gewicht derzeit nicht aus, um den dominierenden Charakter der Eigentümerstruktur aufzubrechen.

Auch im Management und im Aufsichtsrat existieren Aktienpositionen. Die Proxy Statement nennt unter anderem einzelne Vorstände und Führungskräfte, die kleinere Bestände halten. Diese Anteile sind für die Corporate Governance wichtig, weil sie die Interessen von Management und Aktionären stärker verknüpfen sollen. In absoluten Zahlen sind sie jedoch weit entfernt von einer maßgeblichen Kontrolle. Die Tabelle in der Proxy Statement zeigt damit vor allem eines: Das Unternehmen ist klar mehrheitlich in externer Hand, während Insider nur ergänzend beteiligt sind.

Warum sich die Eigentümerliste ändern kann

Ein weiterer Punkt wird oft übersehen: Aktionärslisten sind beweglich. Institutionelle Investoren kaufen und verkaufen, Fonds passen ihre Positionen an, und bei Unternehmen mit einer so konzentrierten Mehrheitsstruktur können auch kleine Veränderungen auf der zweiten Ebene sichtbar werden, ohne die Grundfrage neu zu beantworten. Das ändert aber nichts daran, dass CK Amarillo der zentrale Name bleibt. Selbst wenn sich einzelne Positionen verschieben, ist die grundlegende Kontrolle über Hertz derzeit auf diesen Mehrheitsblock konzentriert.

Die historische Entwicklung von Hertz und die heutige Struktur

Hertz war nicht immer so organisiert wie heute. Die Marke blickt auf eine lange Unternehmensgeschichte zurück und wechselte im Laufe der Jahrzehnte mehrfach die Besitzer. Nach der Insolvenz während der Pandemie wurde der Konzern neu aufgestellt. Die heutige Eigentümerfrage ist deshalb auch eine Folge früherer Krisen. Aus einem hoch verschuldeten Mietwagenriesen wurde nach der Restrukturierung ein Unternehmen mit einem neu geordneten Kapitalrahmen und einem klaren Mehrheitsinvestor. Das erklärt, warum die heutige Struktur so konzentriert ist.

Im Februar 2026 veröffentlichte Hertz den Jahresbericht für 2025. Darin werden die aktuellen ausstehenden Stammaktien mit 312.360.678 angegeben. Diese Zahl ist wichtig, weil sie die Grundlage für die prozentuale Eigentumsberechnung bildet. Auf dieser Basis wird auch verständlich, wie CK Amarillo auf seinen Anteil kommt. Wenn ein Investor rund 181,5 Millionen Aktien hält, ergibt sich daraus ein klarer Mehrheitsanteil. Die Zahl zeigt zugleich, wie groß die öffentliche Gesellschaft inzwischen wieder ist, obwohl ihre Kontrolle stark gebündelt bleibt.

Was die Mehrheit eines einzelnen Investors für Hertz bedeutet

Eine Mehrheitsbeteiligung ist bei einem Unternehmen wie Hertz mehr als ein formaler Status. Sie beeinflusst die Besetzung des Boards, strategische Richtungen und die Stabilität der Kapitalstruktur. Im Fall von Hertz kommt hinzu, dass eine Voting Agreement die Stimmkraft ab einem bestimmten Niveau begrenzt. Dadurch wird verhindert, dass der Großaktionär unbegrenzt allein entscheidet. Das ist typisch für Situationen, in denen ein Unternehmen zwar von einem Investor getragen wird, aber gleichzeitig ein Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Schutz der übrigen Aktionäre hergestellt werden soll.

Für die Beantwortung der Frage, wem Hertz gehört, ist daher eine doppelte Aussage sachgerecht: Eigentümer ist rechtlich die Gesamtheit der Aktionäre, doch beherrschend ist CK Amarillo. Wer nach einem einzelnen Besitzer sucht, findet ihn nicht im Sinne eines Privatunternehmens mit Alleininhaber. Wer nach der dominierenden Kraft sucht, landet bei dem Mehrheitsinvestor. Genau diese Differenz macht die Eigentümerfrage bei Hertz spannend und erklärt, warum eine kurze Antwort oft zu grob wäre.

Ein Blick auf Governance und Kontrolle

Die Governance von Hertz ist durch die Mehrheitsbeteiligung des Großaktionärs und durch institutionelle Regeln geprägt. Das Unternehmen nennt in seinen Unterlagen einen Board of Directors, Ausschüsse und Zuständigkeiten für Prüfung, Vergütung und Governance. Diese Strukturen sollen sicherstellen, dass trotz konzentrierter Eigentümerschaft ordentliche Kontrolle und Überwachung bestehen. Gerade bei Unternehmen mit einer dominanten Beteiligung ist das wichtig, weil sonst die Trennung zwischen Eigentum und Leitung schnell verwischen könnte.

Die Frage nach dem Eigentum ist deshalb immer auch eine Frage nach der Unternehmensführung. Hertz ist nicht einfach nur „im Besitz“ eines Investors, sondern wird innerhalb einer formalen Governance-Struktur geführt. Der Board of Directors hat eine wichtige Rolle, ebenso die Unternehmensleitung. Doch die Machtbalance ist klar zugunsten des Mehrheitsaktionärs verschoben. Das ist für außenstehende Betrachter oft der entscheidende Punkt: Börsennotiert heißt nicht automatisch breit verteilt. Bei Hertz ist die Mehrheit gebündelt, und genau das prägt die gesamte Gesellschaft.

Fazit: Wem gehört Hertz wirklich?

Die knappste und zugleich präziseste Antwort lautet: Hertz gehört heute vor allem CK Amarillo LP, dem mit Abstand größten Anteilseigner. Die Gesellschaft hält nach den offiziellen Unterlagen rund 58,9 Prozent der Aktien und ist damit der dominierende Besitzer. Gleichzeitig ist Hertz ein börsennotiertes Unternehmen, dessen Aktien auch von weiteren institutionellen Anlegern, dem Management und anderen Marktteilnehmern gehalten werden. Juristisch gehört Hertz also vielen, wirtschaftlich aber steht ein Großinvestor im Zentrum.

Wer die Frage nach dem Eigentum sauber beantworten will, sollte deshalb zwischen Mehrheitskontrolle, Aktienbesitz und operativer Führung unterscheiden. Hertz ist kein Familienunternehmen, kein frei verstreutes Publikumskonglomerat und auch kein rein staatlich geprägter Konzern. Es ist ein börsennotierter Mietwagenkonzern mit einer stark konzentrierten Eigentümerstruktur, die aus der Sanierungsgeschichte hervorgegangen ist. Genau darin liegt die eigentliche Antwort auf die Frage, wem Hertz gehört: nicht einer einzelnen Person im alltagssprachlichen Sinn, aber sehr klar einem dominanten Investorenvehikel, das den Kurs des Unternehmens wesentlich mitbestimmt. Diese Struktur dürfte auch in den kommenden Jahren den Blick auf Hertz prägen, solange die Mehrheit nicht neu verteilt wird.

Quellen: Hertz Investor Relations, Hertz 2025 Proxy Statement, Hertz 2025 Annual Report/10-K, SEC-Einreichungen zu CK Amarillo LP und Voting Agreement vom 24. März 2025.

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