The Body Shop gehört heute nicht mehr zu einem börsennotierten Großkonzern, sondern zu einem Investorenkonsortium rund um die Auréa Group. Damit ist die Frage nach der Eigentümerschaft zwar kurz beantwortet, die eigentliche Geschichte dahinter aber deutlich spannender. Denn kaum eine andere Handelsmarke hat in den vergangenen Jahren so viele Besitzerwechsel, strategische Kurswechsel und wirtschaftliche Brüche erlebt wie The Body Shop. Der Name steht seit Jahrzehnten für Naturkosmetik, für Kampagnen gegen Tierversuche und für eine klare Haltung in der Beauty-Branche. Gleichzeitig ist die Marke selbst mehrfach durch die Hände großer Konzerne und Finanzinvestoren gegangen. Wer also heute nachfragt, wem The Body Shop gehört, landet mitten in einer Geschichte über Markenwert, Rettungsversuche und die Frage, wie viel Idealismus im Geschäft mit Kosmetik übrig bleibt.
Die aktuelle Eigentümerstruktur lässt sich am besten verstehen, wenn die Entwicklung Schritt für Schritt betrachtet wird. The Body Shop wurde 1976 von Anita Roddick gegründet und entwickelte sich von einem kleinen Laden in Brighton zu einer international bekannten Marke. Später folgten Stationen unter L’Oréal, dann Natura &Co und schließlich Aurelius, bevor im September 2024 ein von Auréa geführtes Konsortium die Kontrolle über die Marke übernahm. Heute ist also nicht mehr ein einzelner Konzern der Eigentümer, sondern eine Investorenstruktur, die The Body Shop aus der Krise führen soll. Genau darin liegt der Kern der Antwort: The Body Shop gehört derzeit Auréa beziehungsweise einem von Auréa angeführten Konsortium.
Von einer britischen Idee zur weltbekannten Marke
Die Geschichte von The Body Shop beginnt in Brighton. Anita Roddick eröffnete dort 1976 den ersten Laden mit einem damals ungewöhnlichen Ansatz: Kosmetik sollte nicht nur verkauft, sondern mit einer klaren ethischen Haltung verbunden werden. Aus diesem Gedanken entstand eine Marke, die früh mit Inhaltsstoffen, Verpackung, Herkunft und Tierversuchen öffentliche Debatten auslöste. The Body Shop wurde damit zu mehr als einem reinen Händler für Pflegeprodukte. Es war eine Marke mit einer Haltung, und genau dieses Profil machte sie international bekannt. Auf der eigenen Unternehmensseite verweist The Body Shop bis heute auf diese Herkunft und auf den Anspruch, Geschäft als Kraft für Gutes zu verstehen.
Dass The Body Shop früh groß wurde, änderte nichts daran, dass die Eigentumsverhältnisse immer wieder wechselten. Die Marke wurde 1984 an der Londoner Börse notiert und später von L’Oréal übernommen. 2017 wechselte sie in die Natura-&Co-Gruppe, einen brasilianischen Kosmetikkonzern, der damals mehrere bekannte Beauty-Marken bündelte. Die Zugehörigkeit zu Natura wirkte zunächst wie eine stabile Phase. Doch die finanziellen Probleme der späteren Jahre zeigten, dass auch ein traditionsreicher Name keinen Schutz vor einem schwierigen Marktumfeld bietet. In der Rückschau wird deutlich: Der Markenwert von The Body Shop war hoch, die wirtschaftliche Lage des Unternehmens aber zunehmend fragil.
Der Bruch im Jahr 2023 und der Weg in die Krise
Ein zentraler Wendepunkt kam Ende 2023. Laut Unternehmensangaben wurde The Body Shop am 29. Dezember 2023 von Natura an Aurelius verkauft. Schon kurz darauf geriet das Geschäft unter erheblichen Druck. Die Marke stand vor sinkender Profitabilität, strukturellen Problemen und einem schwierigen Einzelhandelsumfeld. Im Februar 2024 wurde die britische Gesellschaft unter Verwaltung gestellt. In einem Modern-Slavery-Statement beschreibt The Body Shop selbst, dass die Angelegenheiten des Unternehmens seit dem 13. Februar 2024 von eingesetzten Insolvenzverwaltern geführt wurden. Damit lag die operative Kontrolle nicht mehr beim Eigentümer im klassischen Sinn, sondern zunächst bei den Verwaltern.
Diese Phase ist für die Frage nach dem Eigentum wichtig, weil sie zeigt, dass juristisches Eigentum und tatsächliche Kontrolle nicht immer deckungsgleich sind. Aurelius war zu diesem Zeitpunkt zwar der Käufer der Marke, aber das Unternehmen selbst befand sich bereits in einer Sanierungssituation. Für Außenstehende wirkte The Body Shop daher zeitweise wie eine Marke ohne klare Zukunft. Filialschließungen, Arbeitsplatzverluste und der Rückzug aus einzelnen Märkten prägten die Schlagzeilen. Besonders sichtbar wurde dies in Großbritannien und in Nordamerika, wo die Unternehmensstruktur neu geordnet werden musste.
Wer nach Aurelius kam: Auréa übernimmt
Im Sommer 2024 begann sich das Bild erneut zu verändern. Reuters berichtete, dass The Body Shop eine Exklusivvereinbarung mit einem von der Auréa Group geführten Konsortium geschlossen habe. Wenig später wurde die Übernahme abgeschlossen. Die eigene Website von The Body Shop nennt inzwischen ausdrücklich, dass die Marke 2024 von einem von Auréa angeführten Konsortium übernommen wurde. Auch zeitnahe Berichte aus dem Markt bestätigten den Abschluss des Deals. Damit wechselte The Body Shop innerhalb kurzer Zeit erneut den Besitzer.
Hinter Auréa stehen nach übereinstimmenden Berichten die Unternehmer Mike Jatania und Paul Raphaël. Das Unternehmen wurde als wachstumsorientierte Beteiligungsgesellschaft beschrieben, die sich auf Beauty und Personal Care konzentriert. Im Zusammenhang mit der Übernahme wurde betont, dass Auréa die Marke erneuern und ihre internationale Position stärken wolle. Für die Frage „Wem gehört The Body Shop?“ ist deshalb wichtig, nicht nur einen Namen zu nennen, sondern die Struktur zu verstehen: Eigentümer ist heute nicht Auréa als klassischer Einzelunternehmer, sondern ein Konsortium, das von Auréa geführt wird und die operative und strategische Kontrolle über die Marke übernommen hat.
Ist The Body Shop damit wieder unabhängig?
Unabhängig im eigentlichen Sinn ist The Body Shop nicht. Die Marke befindet sich weiterhin in den Händen privater Investoren und damit nicht in einer selbstständigen, inhabergeführten Struktur. Dennoch unterscheidet sich die heutige Lage deutlich von der vorherigen Phase unter einem großen Konzern. Ein Konsortium wie das um Auréa verfolgt meist andere Ziele als ein breit aufgestellter Mischkonzern: Im Mittelpunkt steht oft die Sanierung, die Stabilisierung und später die Wertsteigerung der Marke. Das kann mehr Beweglichkeit schaffen, bedeutet aber nicht automatisch langfristige Sicherheit.
Für viele Beobachter ist genau das die eigentliche Frage hinter der Eigentümerschaft: Kann eine Marke mit starker Identität unter neuer Führung wieder zu alter Stärke zurückfinden? The Body Shop bringt dafür durchaus Voraussetzungen mit. Die Bekanntheit ist hoch, der Name ist international etabliert und die ethische Herkunft bleibt ein klares Unterscheidungsmerkmal. Gleichzeitig hat die Vergangenheit gezeigt, dass gute Markenbilder allein keine stabile Bilanz ersetzen. Die neue Eigentümerstruktur muss also mehr leisten als nur einen traditionsreichen Namen zu verwalten. Sie muss Vertrauen zurückgewinnen, das Sortiment schärfen und zugleich wirtschaftlich tragfähige Entscheidungen treffen.
Was die Eigentümerwechsel über die Marke verraten
Die Besitzgeschichte von The Body Shop ist auch ein Spiegel der Entwicklung im Einzelhandel. Große Marken wechseln heute oft zwischen Konzernen, Private-Equity-Häusern und Konsortien. Das gilt besonders dann, wenn das Markenimage stark ist, das operative Geschäft aber unter Druck steht. The Body Shop war dafür ein typisches Beispiel. Der Name hatte Strahlkraft, doch die wirtschaftlichen Probleme wurden immer sichtbarer. So entstand eine Situation, in der die Marke selbst wertvoll blieb, während die Unternehmensstruktur mehrfach neu geordnet werden musste.
Hinzu kommt, dass The Body Shop in vielen Märkten unterschiedlich aufgestellt ist. Einige Länder werden direkt betrieben, andere über Franchises oder Partnerstrukturen. Das macht die Frage nach dem Eigentum komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Wer die Marke kontrolliert, kontrolliert nicht zwangsläufig jedes einzelne Geschäft weltweit im gleichen Maß. Gerade bei internationalen Handelsmarken ist daher zwischen Markenrecht, Gesellschaftsrecht und Franchise-Strukturen zu unterscheiden. Die Antwort auf die Eingangsfrage bleibt zwar eindeutig, aber sie beschreibt nur den heutigen Eigentumskern, nicht jede lokale Vertriebsform.
Die Marke bleibt größer als ihr Eigentümer
Ein interessanter Punkt bei The Body Shop ist, dass die Marke oft stärker wahrgenommen wird als das Unternehmen dahinter. Viele Konsumenten verbinden den Namen weiterhin mit Anita Roddicks ursprünglicher Idee, mit Produkten für Körperpflege und mit Kampagnencharakter. Tatsächlich ist The Body Shop aber längst ein Unternehmensobjekt geworden, das sich in einem Markt behaupten muss, der von Trendwechseln, Preisdruck und hartem Wettbewerb geprägt ist. Eigentümerwechsel ändern nicht sofort die Wahrnehmung der Kundschaft. Sie beeinflussen aber Sortiment, Investitionen, Ladenstruktur und Markenauftritt. Genau deshalb ist die Eigentumsfrage mehr als eine Formalität. Sie sagt etwas darüber aus, wer über die nächste Entwicklungsphase entscheidet.
Auch die jüngere Geschichte in den USA und Kanada zeigt, wie unterschiedlich sich Märkte entwickeln können. Dort wurden Geschäftsteile geschlossen oder restrukturiert, während andere Regionen neu geordnet wurden. In solchen Fällen ist Eigentum nicht nur eine juristische Kategorie, sondern der Rahmen, innerhalb dessen über Fortbestand oder Rückzug entschieden wird. The Body Shop ist damit ein Beispiel für eine globale Marke, die ihre Identität behält, aber immer wieder unter neue wirtschaftliche Vorzeichen gestellt wird.
Wem gehört The Body Shop heute konkret?
Die präziseste Antwort lautet: The Body Shop gehört heute einem von der Auréa Group geführten Konsortium. Die Marke wurde nach der Krise und der Administration im Jahr 2024 aus dem Besitz von Aurelius heraus übernommen. Zuvor war The Body Shop kurz bei Aurelius, davor bei Natura &Co und davor bei L’Oréal. Die aktuelle Eigentümerin ist damit nicht mehr ein klassischer Industrie- oder Handelskonzern, sondern ein Investorenkonsortium mit Schwerpunkt auf Beauty und Konsumgütern. Diese Struktur ist für die Gegenwart entscheidend, weil sie bestimmt, wie stark The Body Shop künftig umgebaut, stabilisiert oder erweitert wird.
Die kurze Antwort ist also klar, die längere Geschichte zeigt aber, dass Eigentum bei The Body Shop immer mit Umbruch verbunden war. Von der Gründerzeit über die Konzerne L’Oréal und Natura bis zu Aurelius und Auréa zieht sich eine Linie aus Wachstum, Entfremdung, Krise und Neuausrichtung. Gerade deshalb ist die Frage nach dem Besitzer nicht nur ein Blick auf die Gegenwart, sondern auch auf eine Marke, die mehrfach neu erfunden werden musste. Wer heute nach The Body Shop fragt, fragt immer auch danach, ob die alte Idee hinter der Marke unter neuer Führung wieder wirtschaftlich tragen kann.
Fazit: Eigentum, Marke und Zukunft
The Body Shop gehört heute also Auréa beziehungsweise einem von Auréa angeführten Konsortium. Damit ist die Besitzerfrage beantwortet, doch die eigentliche Entwicklung bleibt offen. Die Marke hat eine starke Geschichte, einen hohen Wiedererkennungswert und eine klare Herkunft aus dem Gedanken heraus, Schönheit und Verantwortung zusammenzubringen. Gleichzeitig zeigt ihre Besitzgeschichte, wie verletzlich selbst bekannte Handelsmarken sein können, wenn Marktveränderungen, Schulden und strukturelle Probleme zusammenkommen. The Body Shop ist deshalb mehr als ein einfacher Fall von Eigentumswechsel. Es ist ein Beispiel dafür, wie sich ein ikonischer Name durch die verschiedenen Phasen des modernen Einzelhandels bewegt.
Dass die Marke heute in den Händen von Auréa liegt, bedeutet nicht automatisch Stabilität, aber immerhin eine neue Chance. Für die Öffentlichkeit bleibt The Body Shop ein vertrauter Name, für die Eigentümer jedoch eine anspruchsvolle Aufgabe. Entscheidend wird sein, ob aus dem berühmten Markenkern wieder ein belastbares Geschäftsmodell wird. Die Antwort auf die Frage „Wem gehört The Body Shop?“ ist somit klar, die Antwort auf die Frage, wohin die Marke sich entwickelt, bleibt offen. Genau darin liegt die eigentliche Spannung dieser Unternehmensgeschichte.
